Ratgeber

Trinkgeld in den USA

In den USA ist Trinkgeld, englisch „tip“, für viele Beschäftigte ein fester Teil des Einkommens. Das hat mit dem Lohnrecht zu tun: Arbeitgeber dürfen Trinkgeld auf den Mindestlohn anrechnen. Hier lesen Sie, was das US-Arbeitsministerium und die US-Steuerbehörde dazu sagen. Grundlage sind die Seiten des Department of Labor (Stand 1. Juli 2026) und des Internal Revenue Service (IRS, Stand 31. Juli 2026).

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Kellner hält im Café ein Kartenterminal zum Bezahlen bereit

Warum Trinkgeld so wichtig ist

Der bundesweite Mindestlohn beträgt 7,25 US-Dollar pro Stunde. Für Beschäftigte, die regelmäßig mehr als 30 US-Dollar Trinkgeld im Monat erhalten, darf der Arbeitgeber laut Department of Labor einen Teil davon anrechnen. Der Barlohn kann dann bundesrechtlich auf 2,13 US-Dollar pro Stunde sinken. Trinkgeld und Barlohn zusammen müssen mindestens den Mindestlohn erreichen, sonst muss der Arbeitgeber aufstocken.

Angabe Bundesrecht
Mindestlohn 7,25 USD pro Stunde
Mindest-Barlohn bei Trinkgeldberufen 2,13 USD pro Stunde
Höchste Anrechnung von Trinkgeld 5,12 USD pro Stunde
Gilt für Beschäftigte mit mehr als 30 USD Trinkgeld im Monat

Laut US Department of Labor, Stand 1. Juli 2026. Viele Bundesstaaten schreiben einen höheren Barlohn vor. In Alaska, Kalifornien, Minnesota, Montana, Nevada, Oregon und Washington muss laut Department of Labor schon vor dem Trinkgeld der volle Mindestlohn des Staates gezahlt werden. Manche Städte setzen noch höhere Mindestlöhne fest.

Tip oder Service Charge

Auf der Rechnung kann beides stehen, und es ist nicht dasselbe. Laut IRS ist ein Trinkgeld nur dann ein Trinkgeld, wenn der Gast freiwillig entscheidet, es zu zahlen, und die Höhe selbst festlegt. Ein fester Aufschlag, den das Restaurant automatisch auf die Rechnung setzt, ist eine „service charge“ und kein Trinkgeld. Die IRS nennt als Beispiel einen Pflichtaufschlag von 18 Prozent für größere Gruppen.

Für Sie heißt das:

  • Prüfen Sie die Rechnung, ob schon eine Service Charge oder „gratuity“ enthalten ist.
  • Steht dort nur eine leere Zeile „Tip“, entscheiden Sie selbst über die Höhe.
  • Ein zusätzliches Trinkgeld über eine Service Charge hinaus ist möglich und gilt dann wieder als Trinkgeld.

Wie viel Trinkgeld?

Feste Prozentsätze für Trinkgeld legt keine Behörde fest, eine amtliche Empfehlung zur Höhe gibt es nicht. Deshalb steht hier keine Zahl. Wenn Sie unsicher sind, achten Sie auf die Vorschläge auf der Rechnung oder am Kartenterminal und fragen Sie im Zweifel nach, ob der Service schon enthalten ist.

Mit Karte oder bar

Bei Kartenzahlung tragen Sie das Trinkgeld oft auf dem Beleg oder am Terminal ein, es lässt sich aber auch bar geben. Zur Kreditkarte und zum Bargeld siehe Dollar und Bezahlen. Weitere Reisethemen finden Sie auf der Startseite.

Häufige Fragen

Muss ich in den USA Trinkgeld geben?

Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Für viele Beschäftigte ist es aber Teil des Lohns, weil Arbeitgeber laut Department of Labor Trinkgeld auf den Mindestlohn anrechnen dürfen.

Was ist der Unterschied zwischen Tip und Service Charge?

Ein Tip ist freiwillig und Sie bestimmen die Höhe. Eine Service Charge setzt das Restaurant fest auf die Rechnung, laut IRS ist sie kein Trinkgeld.

Wie viel verdient eine Bedienung ohne Trinkgeld?

Bundesrechtlich darf der Barlohn bei 2,13 US-Dollar pro Stunde liegen, mit Trinkgeld müssen mindestens 7,25 US-Dollar erreicht werden. Viele Staaten schreiben einen höheren Barlohn vor.

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